Italienische Einwanderung
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Italienische Einwanderung Während seit Jahrzehnten viele Deutsche nach Italien in den Urlaub fahren, vor allem an die Adriaküste, an den Gardasee oder in die Toskana, sind es vor allem viele Italiener die nach Deutschland ziehen um der Arbeitslosigkeit in Italien zu entfliehen. Nicht nur heutzutage, da beide Länder zur EU gehören, auch schon früher war es relativ leicht für italienische Gastarbeiter Deutschland zu erreichen. Der Begriff „Gastarbeiter“ wurde eben in den 50er Jahren erfunden um ausländische Arbeitskräfte zu bezeichnen die auf befristete Zeit nach Deutschland kamen. Diese „Gastarbeiter“ benötigte Deutschland unbedingt um den Aufbau zufolge der Zerstörung des zweiten Weltkriegs vorantreiben zu können. Es herrschte ein Überfluss an Arbeit, aber Arbeitskräfte fehlten. Am 20. Dezember 1955 wurde somit ein deutsch-italienisches Anwerbeabkommen unterschrieben. Dieses Abkommen regelte, dass italienische Arbeiter für eine befristete Zeit, zu den gleichen Konditionen wie ihre deutschen Kollegen, in Deutschland arbeiten durften. Viele Italiener kamen dann tatsächlich. Die meisten waren jung und hatten keine große Schulbildung. Die Familie, einige auch Frau und Kinder, ließen sie in Italien. Sie waren fleißig und machten auch Überstunden. Dazu zahlten sie brav in die Renten- und Krankenkasse ein. Sie schufteten hart, arbeiteten auf dem Bau, in Bergwerken, an Fließbändern der Autowerke, lagen Eisenbahnschienen usw. Oft waren es die schweren und dreckigen Arbeiten, die die deutschen Arbeiter nicht mehr machen wollten. Die Wohnsituation war aber nicht so schön. Die meisten wohnten in Gemeinschaftsunterkünften. Manche sogar in Lager, die noch für NS-Zwangsarbeiter genutzt wurden. In einigen Fällen wurden diese Unterkünfte auch überwacht. Hinzu kam noch weiteres Misstrauen, da viele Lokale den Eintritt für Italiener verboten. Zu unterschiedlich waren die Kulturen. Viele Lebensgewohnheiten der Italiener passten nicht zur deutschen Kultur, wie das sinnlose und müßige Herumstehen auf öffentlichen Plätzen. „Spaghettifresser“ war die meist gebrauchte Beleidigung an Italiener adressiert. Man fühlte sich als Italiener also nicht immer willkommen. Dazu kamen natürlich auch andere Essgewohnheiten an die man sich nur mit Mühe angewöhnen konnte und natürlich auch das trübere Wetter. Zwischen 1956 und 1976 waren es vier Millionen Italiener die in Deutschland ihr Glück suchten. Ungefähr 80 Prozent davon sind wieder in die Heimat zurückgekehrt. Diejenigen die bleiben holten dann nach einiger Zeit ihre Familie nach oder gründeten in Deutschland selbst eine Familie, manchmal auch mit einer deutschen Frau. Denn trotz den Vorurteilen entstanden immer mehr Freundschaften zwischen Deutschen und Italienern. Heute rechnet man das 650000 Italiener in Deutschland wohnen. Ein Drittel davon ist in Deutschland geboren. Viele andere Italiener sind deutsche Staatsbürger geworden. Das heißt sie haben zwar keinen italienischen Pass mehr aber noch irgendwelche italienische Wurzeln, die man am Nachnamen erkennen kann. Die Italiener erledigen in Deutschland längst nicht mehr die dreckige Arbeit, sondern haben oft ihr eigenes Unternehmen, vor allem Pizzerien, Restaurants oder Eisdielen. Auch heutzutage gibt es immer noch eine Auswanderung von Italien nach Deutschland. Es sind immer noch meist junge Leute, aber meistens gut gebildet, also Studierende und Freiberufler, 40 Prozent davon sogar Frauen. Die meisten leben in den großen Städten wie München oder Stuttgart. Nur wenige in den Bundesländern der ehemaligen DDR.
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