Der Trabant
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Der Trabant: das Kultauto aus der DDR In der Nachkriegszeit boomte die Autoindustrie in vielen Ländern. Vor allem in Westdeutschland, in der damaligen BRD, gab es viele Autohersteller wie Audi, Mercedes, BMW, Volkswagen usw. Auch in der DDR, wie im Westen, war der Wunsch nach individueller Mobilität und eigenem Auto in gleicher Weise vorhanden. Daher hat man sich entschlossen ein eigenes Auto zu entwickeln. Nur gab es ein Problem: es fehlten die Rohstoffe. Stahlblech für die Karosserie war teuer und man konnte es sich nicht leisten. Daher wurde eine neue Art von Kunststoff entwickelt, der als Rohstoff den Überschuss von Baumwolle aus der Sowjetunion benutzte, nämlich Duroplast. Auch heutzutage wird dieser Kunststoff noch benutzt, und zwar für WC-Deckel, Türen, Fensterrahmen und Paletten, aber nicht mehr für Autos. Die Vorteile dieses Materials waren, dass es nicht rostete. Der Nachteil aber, dass es sich bei einer Kollision nicht wie Blech deformierte, sondern in Stücke zerbrach. 1958 kam der erste Trabant im Werk von Zwickau zur Welt. Der Name Trabant, der „Begleiter“ bedeutete und schnell in „Trabi“ unbenannt wurde, sollte ein robustes und billiges Kleinauto für die DDR-Bürger sein. Bequem war er allerdings nicht. Jede Unebenheit spürten die Insassen auf den miserablen Straßen der DDR und bei Unfällen bot er nicht viel Schutz. Außerdem musste man sehr lange auf sein Auto warten. Auch bis zu 17 Jahren dauerte die Wartezeit. Zwar erfüllte der Trabi den Wunsch nach Freiheit und Eigenständigkeit der DDR-Bürger, aber gleichzeitig förderte das sozialistische Regime nicht dessen Produktion. Das Auto war mit Kapitalismus verbunden und man meinte der Sozialismus würde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln klarkommen. Deshalb wurden bis 1990 nur insgesamt 3 Millionen Autos hergestellt. Der Trabi wurde aber auch zum Symbol der DDR im negativen Sinn. Er hatte sich zwischen 1958 und 1990 nicht weiterentwickelt, genauso wie die Ökonomie in der DDR. Der Trabi symbolisierte also die ökonomische Stagnation und das Ende der DDR. So wurde der Trabi, vor allem in Westdeutschland belächelt, wenn nicht sogar verspottet. Viele Witze, oder lächerliche Spitznamen wie „Plastik-Bomber“ oder „Pappe“ wurden erfunden. Der Trabant wird heute nicht mehr produziert. Produktionsende war im April 1991. Doch wie so manches Auto vergangener Jahrzehnte, hat auch der Trabant eine treue Fangemeinde. Heute fahren noch fast 40000 Trabis auf deutschen Straßen. 10000 davon nur in Sachsen. Für einen Trabi zahlt man heute zwischen 2000 und 12000 Euro. Für Sondermodelle oder umgebaute Trabis sogar bis zu 30000. In Berlin organisiert man für Nostalgiker, Trabi-Fans und Touristen Stadttouren in einem Trabi. Im DDR-Museum kann man auch eine virtuelle Fahrt mit dem Kultauto machen. Bald will man sogar ein Trabi-Museum in Berlin bauen. Der Trabi lebt also weiter.
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